Interview mit Matthias Ebnöther


Matthias Ebnöther, Gemeindeschreiber/Geschäftsführer in Oberengstringen seit dem 1. Januar 2018

Herr Ebnöther gerne würden wir etwas zu ihrer Person erfahren, wie alt sind Sie, haben Sie Familie, wo wohnen Sie?

Gerne. Ich bin 40 Jahre jung und lebe zusammen mit meiner Partnerin und unserer einjährigen Tochter Julia in Zürich-Wipkingen.

Wieso haben Sie sich für die Stelle in Oberengstringen beworben?

Die Gemeinde Oberengstringen ist aufgrund der Gemeindegrösse eine spannende und herausfordernde Stelle für einen Gemeindeschreiber bzw. Geschäftsführer. Natürlich ist auch die geographische Lage der Gemeinde optimal betreffend den Arbeitsweg. Überzeugt haben mich schlussendlich auch die Menschen, welche ich während des Rekrutierungsprozesses kennen gelernt habe.

Wo arbeiteten Sie vorher?

Bis Ende 2017 habe ich als Gemeindeschreiber bei der Gemeinde Knonau während 7 Jahren gearbeitet.

Wie sah Ihr Berufsweg aus?
Nach meiner Lehre zum Kaufmann auf der Gemeindeverwaltung Eglisau habe ich verschiedene Stationen innerhalb von Verwaltungen durchlaufen. Ich war Mitarbeiter Steueramt, Steuersekretär, Tiefbausekretär und in Knonau habe ich nebst der Aufgabe als Gemeindeschreiber auch noch verschiedene weitere Bereiche abgedeckt (Hoch- und Tiefbau, Kultur, Sicherheit und Energie). Zwischendurch habe ich nach einem einjährigen Spracha

ufenthalt in den USA auch noch 3 Jahre bei der SRTechnis (ehemals SAIR-Group) als Einkäufer gearbeitet und das Grounding der Swissair hautnah miterlebt. Das war eine spannende aber auch sehr turbulente Zeit.
2007 habe ich zudem das Gemeindeschreiber-Diplom und 2017 (also sehr aktuell) den Master Public Management erlangt.
Als nebenamtliche Funktion während meiner Zeit in Knonau war ich zudem Vorstandsmitglied des Zweckverbands Sozialdienst Bezirk Affoltern.
Sie waren also ebenfalls in der Privatwirtschaft tätig. Wo sehen Sie die grössten Unterschiede zu einer öffentlichen Verwaltung?
Operativ betrachtet gibt es gar keine so grossen Unterschiede. Auf einer öffentlichen Verwaltung ist man jedoch näher am Geschehen, ist in strategischen Prozessen enger eingebunden und kann sich vielfältiger einbringen.

Ab 1. Januar übernehmen Sie die Verantwortung für die Verwaltung. Worauf freuen Sie sich besonders?

Darauf, neue Menschen kennen zu lernen. Zusammen mit dem Gemeindeteam die kommenden Herausforderungen anzupacken und die Gemeinde Oberengstringen gut zu positionieren. Natürlich auch darauf, die Oberengstringerinnen und Oberengstringer kennen zu lernen. Kurzum: Ich freue mich auf Oberengstringen.

Als ihr Vorgänger Peter Menzi das Amt des Gemeindeschreibers vor fast 29 Jahren antrat, waren sie gerade mal zwölf Jahre alt. Da verlässt viel Erfahrung die Gemeinde, wie füllen Sie diese Lücke?

In erster Linie denke ich, dass ich die fachlichen Qualifikationen mitbringen werde. Peter Menzi’s Erfahrungen werde ich nicht ersetzen können, aber ich bringe neue Erfahrungen mit und hoffe, mir viel Gemeinde-internes Wissen möglichst rasch aneignen zu können. Dabei zähle ich auch auf die Unterstützung des Teams und der Exekutiv-Behörden.

Die Verwaltung von Oberengstringen wird reorganisiert, was ist zu erwarten?

Eine Verwaltung ist, wie auch eine privatwirtschaftliche Organisation, in einem ständigen Veränderungsprozess. Die nun bevorstehende Reorganisation stellt jedoch eine grosse Herausforderung für sämtliche Protagonistinnen und Protagonisten dar. Ziel ist es, die Verwaltungsstrukturen nach privatwirtschaftlichen- und prozessorientierten Aspekten neu zu organisieren und die Hierarchien zu klären. Ziel ist es, wie bei jeder Organisation, die Ressourcen noch optimaler zu nutzen und die Verantwortungen und Kompetenzen klar zu regeln.

Was sind als erstes Ihre Hauptaufgaben?

Die Erwartungen an mich sind gross. Und umgekehrt habe auch ich hohe Erwartungen an die Mitarbeitenden. So sollte es auch sein. Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, in erster Linie die personelle Verantwortung wahrzunehmen und die Verwaltung aufgrund der strategischen Vorgaben des Gemeinderates zu leiten. Zudem werde ich mich prioritär mit der internen und externen Kommunikation beschäftigen.

Was sind die markantesten Unterschiede ihrer Arbeit in Knonau und in ihrer neuen Gemeinde?

Ich werde mich auf spezifische Aufgaben konzentrieren können und mehr Verantwortung im Bereich der Personalführung wahrnehmen dürfen. Was gleich bleibt ist, dass die Kundinnen und Kunden im Vordergrund stehen und deren Bedürfnisse und Ansprüche wahrgenommen werden.

Welche fachlichen Fähigkeiten sind hier mehr gefragt als in ihrer alten Gemeinde?
Sicherlich die Management-Fähigkeiten.

Wie hoch ist der Stellenwert des Gemeindeschreibers in einer Gemeinde?

Persönlich habe ich etwas Mühe mit meiner Berufsbezeichnung «Gemeindeschreiber». Viel passender und zeitgemässer wäre aus meiner Sicht die Bezeichnung «Geschäftsleiter». Sämtliche Mitarbeitenden haben einen hohen Stellenwert innerhalb einer Verwaltung. Als Gemeindeschreiber ist man zusätzlich Bindeglied zwischen der Exekutive und der Verwaltung. Muss bzw. darf strategische Entscheidungen operativ innerhalb der Verwaltung umsetzen. Die Art und Weise, wie man seine Aufgaben wahrnimmt, hat auch automatisch Einfluss auf den Stellenwert eines jeden Einzelnen. Ich hoffe, dass meine Arbeit entsprechend wahrgenommen wird.

Stehen Sie allen Einwohnern mit ihren Anliegen zur Verfügung?

Unbedingt. Das macht meinen Beruf auch so spannend. Nämlich viele unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen kennen zu lernen. Das steht bei mir auch im Vordergrund.

Was machen Sie am liebsten?

Den Bereich der Kommunikation mag ich sehr. Aber auch die sehr vielseitigen personellen Aufgaben. Grundsätzlich mag ich an meinem Beruf jedoch die Vielseitigkeit. Man weiss am Abend vorher nie, was einem am nächsten Tag erwartet.

Welche Arbeiten mögen Sie nicht?

Diese Frage können Sie mir in einem Jahr noch einmal stellen.

Haben Sie auch repräsentative Aufgaben?

Wir alle bzw. das gesamte Gemeindeteam hat tagtäglich repräsentative Aufgaben. Als Gemeindeschreiber bin ich jedoch dafür verantwortlich, die Gemeinde gegen aussen auf Verwaltungsstufe zu repräsentieren und dafür zu sorgen, dass Oberengstringen als moderner und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Repräsentative Aufgaben gehören natürlich dazu und werden immer wichtiger.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Wie entspannen Sie sich?

Normalerweise mit Sport. Dieser ist in letzter Zeit viel zu kurz gekommen. Dann ist seit einem Jahr meine Tochter Julia im Mittelpunkt und macht es mir einfacher, an einem Abend oder über die Wochenenden abschalten zu können.
Gereist bin ich sehr gerne. 2009 durfte ich für etwas mehr als ein Jahr um die Welt reisen (Asien, südliches Afrika, Neuseeland, Südamerika). Seither widme ich mich gerne verschiedener Travel-Blogs (Reise-Seiten) und lese verschiedene Reisefachbücher.
Im Sport interessiere ich mich vor allem für Eishockey, was jedoch in dieser Saison als Sympathisant des EHC Kloten keineswegs zur Entspannung beigetragen hat.

Herr Ebnöther besten Dank für das Interview, Edi Lienberger Redaktor Engstringer Kurier


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